BERTHA vON GROITZSCH

2. Hälfte des 11. Jahrhunderts - 2. Viertel des 12. Jahrhunderts

Klosterstifterin & Gründerin der ersten Pfarrkirche Zwickaus | Zwickau


Quelle: Förderverein zur Erhaltung des Domes St. Marien zu Zwickau e.V.
Quelle: Förderverein zur Erhaltung des Domes St. Marien zu Zwickau e.V.

 

Bertha von Groitzsch begegnet uns als Bertha illustris comitissa (lat. edle Gräfin) das erste Mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1118. Ihr genaues Geburtsjahr und Informationen zu ihrer Kindheit sind nicht überliefert. In besagtem Jahr 1118 bat sie den Bischof Dietrich von Naumburg um die Weihe der Pfarrkirche St. Marien im territorium Zwickau, die sie mit ihrem Vermögen gestiftet und ausgestattet hatte. Zugleich wurde die Übertragung der Kirche mit allen Einkünften an das Kloster Bosau bei Zeitz beurkundet. Diese Urkunde erlangte wesentliche Bedeutung als erste schriftliche Erwähnung Zwickaus.

 

Die Identifikation der „Gräfin Bertha“ ist umstritten und auch über weitere Lebensdaten können keine gesicherten Aussagen getroffen werden, da die Stifterin der Marienkirche in späteren Quellen keine weitere Erwähnung findet. Auch ist eine herrschaftliche bzw. besitzgeschichtliche Zuordnung des Territoriums Zwickau in dieser Zeit aufgrund der Quellenlage nicht zweifelsfrei möglich. Grundsätzlich existieren zwei verschiedene Positionen zur Identifikation Berthas. Lange dominierte die Annahme, mit der Gräfin Bertha sei die Tochter des Grafen Wiprecht von Groitzsch († 1124) aus erster Ehe, welche mit dem Wettiner Dedo IV. verheiratet war, gemeint.

 

Mittlerweile hat sich jedoch verstärkt die Auffassung durchgesetzt, dass es sich bei der Stifterin um die Gemahlin Heinrichs von Groitzsch (seit 1131 Markgraf der Niederlausitz, † 1135), Wiprechts Sohn, handelt. Zu ihr ist bekannt, dass sie aus dem Geschlecht der Grafen von Käfernburg-Schwarzburg stammte, auch wenn ihre Eltern nicht bestimmt werden können. Bertha und Heinrich von Groitzsch traten 1133 außerdem als Stifterpaar des Benediktinerklosters Bürgel bei Jena in Erscheinung, wobei Teile von Berthas Eigengut zur Ausstattung des Klosters dienten. Des Weiteren war das Ehepaar bereits 1131 an der Stiftung des Augustinerchorfrauenstifts Klosterlausnitz östlich von Jena mit Gütern Berthas beteiligt gewesen. Bertha und Heinrich von Groitzsch blieben kinderlos, was die Gräfin wohl zu ihrer reichen Förderung geistlicher Institutionen anregte.

 

Wenn diese zweite Auffassung zur Identifikation Berthas richtig ist, dann stellt die Fundation der Pfarrkirche St. Marien in Zwickau Berthas erste kirchliche Stiftungstätigkeit dar. Der Einrichtung der Marienkirche und der dazugehörigen weiträumigen Pfarrei, die das gesamte damalige Territorium Zwickau umfasste, kommt eine herausragende Bedeutung zu. Die Pfarrkirche von Zwickau war zu diesem Zeitpunkt (1118) die südlichste Kirchengründung im Bistum Naumburg. Die umfangreiche Gründungsausstattung diente daher der wichtigen Aufgabe der neuen Pfarrei: der Christianisierung und religiösen Versorgung des bis dahin dünn und in großen Teilen sogar noch unbesiedelten Gebietes.

 

 


Einweihung am 22. August 2018 in Zwickau

 

 

Achte "frauenorte sachsen"-Tafel in Zwickau errichtet

 

Am 22. August 2018 hat der Landesfrauenrat Sachsen e.V. seine achte Gedenktafel im Rahmen des Projektes "frauenorte sachsen" aufgestellt. Diese wurde Bertha von Groitzsch gewidmet und steht im Rosengarten am Schwanenteichpark in Zwickau (Ecke Humboldtstraße/Reichenbacher Straße).

 

Bertha von Groitzsch war eine Klosterstifterin, durch deren Stiftertätigkeit Zwickau das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Zudem gründete sie auch Zwickaus erste Pfarrkirche.

 

 

Die Tafel befindet sich im Rosengarten am Schwanenteichpark in Zwickau und wurde in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß eingeweiht.

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